Neuentwicklung vs. Weiterentwicklung von touristischer Infrastruktur // Spürnasen-Rallye und Co.

von Andrea Wagner und Matthias Huck

07.11.2022. Brauchen wir denn immer neue touristische Infrastruktur? Noch eine Infotafel im Wald? Spielstationen für Kinder?

Und wer pflegt das alles langfristig? Ist das überhaupt nachhaltig?

 

Mit all diesen Fragen werden wir in vielen unserer Projekte konfrontiert – zu Recht. Sicher, mit einer ruhigen Wanderung in schöner Naturlandschaft lockt man kaum noch Familien hinter dem Ofen hervor. Und auch bei den anderen Zielgruppen geht die Entwicklung eindeutig Richtung Erlebnisinszenierung. Das heißt die vorhandene Naturlandschaft wird zusätzlich inszeniert mittels individueller Rastplätze, interaktiver Erlebnisstationen, Spielstationen für Kinder, Infotafeln etc. Und ja, solche Angebote werden heutzutage von den Gästen erwartet und die „Instagramability“ von Outdoor-Erlebnissen steigt. Aber ab wann ist der Punkt erreicht, wo es „genug“ ist und die Erlebnisinszenierung das eigentliche authentische Naturerleben mehr behindert als es zu unterstützen? Diese Frage ist sehr individuell und nicht leicht zu beantworten. Manche Regionen sind in Bezug auf die Erlebnisinszenierung – oder überhaupt das Ermöglichen von Erlebnissen durch zum Beispiel Information & Bildung – noch wenig entwickelt. Gleichzeitig gibt es aber auch Regionen, wo diese Entwicklung schon sehr weit fortgeschritten ist. Und es gibt Regionen, die gar nicht erst auf den Zug aufspringen und ihren Gästen lieber ein unverfälschtes Naturerleben ermöglichen möchten.

 

Deshalb haben wir uns in den letzten Jahren immer stärker die Frage gestellt, wie wir Naturerlebnisse ermöglichen und auch spannend gestalten können, ohne zu stark in die natürliche Landschaft eingreifen zu müssen. Welche Angebote können wir entwickeln, die sich harmonisch ins Landschaftsbild einfügen und so unaufdringlich sind, dass sie gar nicht weiter auffallen? Was können wir außerdem dafür tun, dass nicht ständig neue touristische Infrastruktur entwickelt werden muss, um den Gästen etwas Neues zu bieten? Wie können wir vorhandene Infrastrukturen so weiter entwickeln, dass sie immer wieder neu und spannend sind, auch für Wiederholungsgäste und vor allem auch für Einheimische?

 

 

 Die Antworten auf diese Fragen sind wiederum sehr individuell. Für manche Kunden entwickeln wir seit über 10 Jahren ein und das gleiche touristische Produkt immer weiter und weiter. So zum Beispiel den Flößerpfad Kinzigtal. Das Produkt „Flößerpfad“ lebt, es gibt immer wieder neues zu erleben. Audio-Guide, Geocaches, Exponate zur Flößerei, Überarbeitung und Austausch von alten Infotafeln, Entwicklung der jährlichen „Flößerwoche“ als Veranstaltungsformat, um nur einige zu nennen.

 

Einer unserer Produktentwicklungen, die wir unter anderem auch am Flößerpfad umgesetzt haben, möchten wir an dieser Stelle aber besondere Aufmerksamkeit widmen: Unserer Spürnasen-Rallye. Darunter ist eine ganzjährig verfügbare Rallye zu verstehen, die sich in der Regel an Familien richtet. Ohne zusätzliche Infrastruktur ausbringen zu müssen, bewegen sich die Familien zum Beispiel entlang eines bestehenden Wander- oder Themenwegs und beantworten knifflige Rätselfragen. Die Spürnasen-Rallye ist so gestaltet, dass die Kinder zum jeweils nächsten Rätselpunkt vorauslaufen können. Langeweile kommt so keine auf. Als zusätzliche Infrastruktur werden lediglich stabile und wetterfeste Flyerboxen am Einstieg der Route benötigt, aus der die Flyer entnommen werden können. Bewusst wird hierbei auf analoge Flyer in Papierform gesetzt. Kinder und Familien sollen das Erlebnis auch als handy-freie Zeit genießen können. Die Spürnasen-Rallye eignet sich hervorragend, um bestehende Routen für Familien oder auch andere Zielgruppen aufzuwerten. Im Idealfall erhalten die Gäste noch ein kleines Geschenk für das erfolgreiche Entschlüsseln des Lösungsworts. So haben die Mitarbeiter der Tourist-Information auch die Chance mit den Gästen in Kontakt zu kommen. Oder ein Gastwirt profitiert von zusätzlicher Kundschaft.

 


Für mehr Informationen zum Thema Erlebnisinszenierung/touristische Infrastruktur wenden Sie sich an Ihre*n Ansprechpartner*in.

Andrea Wagner

Projektleitung

Schwerpunkte Infrastrukturentwickung, Beteiligung

+49 7722 917848  |  wagner@tour-konzept.de

Matthias Huck

Geschäftsführender Vorstand & Projektleitung

Schwerpunkte Produktentwicklung und Content

+49 8171 - 2393520  |  huck@tour-konzept.de


Tour Konzept eG

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78136 Schonach im Schwarzwald

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